News 2012
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| Archiv des Kinderheims St. Iddazell Fischingen 1879-1978 im Staatsarchiv Der "Verein Kloster Fischingen" (bis vor kurzem "Verein St. Iddazell") steht wegen verschiedener Vorwürfe ehemaliger Absolventinnen und Absolventen seiner Schulen (1879-1976 Primarschule, 1955-1978 Sekundarschule) in der Kritik. Die unabhängige "Beratungsstelle für Landesgeschichte Zug" unter der Leitung von Thomas Meier wird die Vorwürfe untersuchen. Die Schülerinnen- und Schülerdossiers des ehemaligen Kinderheims St. Iddazell 1879-1978 haben sich erhalten. Sie wurden schon seit einiger Zeit nach den Vorgaben des Staatsarchivs geordnet und elektronisch verzeichnet. Um diese Arbeiten zu beschleunigen und die Unterlagen an unabhängiger Stelle dauerhaft zu erhalten, wurde das Archiv jetzt dem Staatsarchiv des Kantons Thurgau zu Eigentum übergeben; es befindet sich seit gestern in den Räumen des Staatsarchivs in Frauenfeld. Ehemalige Schülerinnen und Schüler von St. Iddazell oder deren Rechtsvertreter richten ihre Einsichtsgesuche bitte künftig an das Staatsarchiv des Kantons Thurgau. 21. November 2012 |
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| Huber Geschäftsleitungsarchiv 1858-2005 im Staatsarchiv Die Firma Huber & Co. AG Frauenfeld gehörte jahrzehntelang zu den führenden Verlags- und Druckereiunternehmen der Schweiz. Die verschiedenen Betriebssparten - der Zeitungsverlag mit der Thurgauer Zeitung, der Zeitschriftenverlag, die Buchdruckerei, die Akzidenzdruckerei und der Buchverlag - haben je Thurgauer oder sogar Schweizer Geschichte mitgeschrieben. 1998 wurde dem Staatsarchiv das sehr bedeutende Archiv des Buchverlags geschenkt (StATG 8'405), das zusammen mit dem Dino Larese-Archiv heute den Kern des Thurgauer Literaturarchivs im Staatsarchiv des Kantons Thurgau bildet; es enthält neben der allgemeinen Verlagskorrespondenz in weit über hundert Bänden und neben diversen Buchhaltungsunterlagen auch Hunderte von Autorendossiers mit Originalbriefen bedeutender Schriftsteller und Wissenschaftler, Unterlagen zu Herstellung und Vertrieb des Buchprogramms, eine riesige Sammlung von Rezensionen sowie sämtliche Verlagstitel seit 1858, oft in mehreren Auflagen (130 Laufmeter). Nun ging auch das 20 Laufmeter grosse Archiv der Geschäftsleitung des Gesamtunternehmens mit Verwaltungsratsprotokollen, Rechnungsunterlagen und Korrespondenz an das Staatarchiv über (StATG 8'416). Schon seit Jahrzehnten wird dort auch das 2 Laufmeter messende Privatarchiv der Familie Huber von Diessenhofen und Frauenfeld aus dem 18. und 19. Jahrhundert gehütet (StATG 8'641), das in jüngster Zeit mit Archivalien aus dem 19. und 20. Jahrhundert (zusätzliche 4 Laufmeter) ergänzt werden konnte. Mit all diesen Archiven ist im Staatsarchiv des Kantons Thurgau ein bedeutendes Stück Thurgauer Wirtschafts- und Kulturgeschichte dokumentiert. Nach deren detaillierter Erschliessung werden vielfältige Forschungen, namentlich zur Literaturgeschichte des Kantons Thurgau und der Schweiz, möglich werden. 12. November 2012 |
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| Saurer Geschäftsleitungsarchiv 1853-1988 im Staatsarchiv Die wegen des Grossbrands auf dem Gelände des ehemaligen Werks II kürzlich wieder in die Schlagzeilen geratene Arboner Firma Saurer war und ist mehr als nur ein Grossunternehmen der Maschinenindustrie - Saurer ist seit längerem ein Symbol: für schweizerische Qualitätsarbeit. Die Firma hat legendäre Giessereiprodukte und legendäre Lastwagen hergestellt; ebenso qualitativ hochstehende Web- und Stickmaschinen. Lange Zeit war Saurer der grösste Arbeitgeber im Thurgau. Während das gigantische Archiv der technischen Zeichnungen vor ca. 20 Jahren den Weg alles Irdischen ging und das riesige Fotoarchiv durch wenig berufene Hände immer mehr reduziert wurde, bis zuletzt nur noch ein relativ kleiner Teil dem Ortsmuseum Arbon übergeben werden konnte, hat sich das Geschäftsleitungsarchiv grösstenteils erhalten und ist nun am 27. August, nachdem es glücklicherweise auch den Brand in Werk II noch überstanden hatte, dem Staatsarchiv des Kantons Thurgau geschenkt worden. Bearbeitet und für die Forschung zugänglich gemacht werden kann es allerdings erst in einigen Jahren. 17. September 2012 |
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| Schweizer Archivarinnen und Archivare in Frauenfeld Der Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare VSA, der seit 1922 eine wichtige Rolle bei der Aus- und Fortbildung des Archivpersonals spielt und das an sich föderalistische Archivwesen in der Schweiz vielfältig koordiniert, tagt nach dreissig Jahren wieder einmal im Thurgau. Anlass dazu gibt das vor einem Jahr eröffnete neue Staatsarchiv, das in der Fachwelt breite Anerkennung gefunden hat. Donnerstag, den 13. September finden zunächst Führungen durch das Staatsarchiv, die Kantonsbibliothek, das Naturmuseum und das Historische Museum statt. Am Nachmittag tagt die Versammlung unter Beisein von Regierungspräsidentin Monika Knill im Rathaus Frauenfeld. Im Anschluss daran wird im Restaurant Dreiegg ein Apéro offeriert, bevor das traditonelle Bankett stattfindet. Freitag, 14. September wird den Gästen aus der ganzen Schweiz und dem angrenzenden Ausland das Napoleonmuseum Arenenberg samt Parkanlage gezeigt. 31. Juli 2012 |
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| 100 Jahre Baugenossenschaft Eigenheim Romanshorn 1912-2012 Im Jahr 2008 hat das Staatsarchiv des Kantons Thurgau von der Wohnbaugenossenschaft Eigenheim Romanshorn das Genossenschaftsarchiv übernommen und anschliessend geordnet und verzeichnet (StATG 8'412). Nun hat, basierend auf diesem Archivbestand, die Kunsthistorikerin Cornelia Stäheli zum Hundertjahrjubiläum eine reich illustrierte Festschrift verfasst. Entstanden ist eine 112 Seiten starke, spannend geschriebene Broschüre über ein wenig bekanntes, jedoch bedeutendes Kapitel der Thurgauer Geschichte. Die Wohnbaugenossenschaft Eigenheim prägt ein ganzes Romanshorner Quartier. Das Forschungsprojekt, das vom Staatsarchiv eng begleitet worden ist, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie durch Übergabe eines Privatarchivs an das Staatsarchiv, dessen professionelle Erschliessung sowie die unmittelbar daran anschliessende Auswertung durch eine ausgebildete Fachkraft qualitätsvolle Schriften entstehen, deren Halbwertszeit um einiges länger ist, als wenn diese Kooperation und Abfolge nicht eingehalten wird. Die Festschrift ist für Fr. 15.- erhältlich bei: Ligewa, Immobilientreuhand, Pascal Straub, Bahnhofstrasse 3, 8590 Romanshorn (Tel. 071 466 00 70). 1. Juli 2012 |
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| Kriegswirtschafts- und Wirtschaftskrisenbestände erschlossen Bald wird an den Ausbruch des 1. Weltkriegs erinnert. Schon erscheinen erste Publikationen über diese "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" (George F. Kennan). Obwohl die Schweiz glücklicherweise nicht in die Kampfhandlungen verwickelt wurde, blieb der 1. Weltkrieg nicht ohne tiefgreifenden Einfluss auf sie. Auf einen Krieg von dieser Länge und Intensität nicht gefasst, musste mehr und mehr auf eine staatlich gelenkte Kriegswirtschaft umgestellt werden, damit die Landesversorgung sichergestellt werden konnte. Die im 1. Weltkrieg gewonnenen Erfahrungen dienten dann in den 1930er-Jahren der Planung und ab 1939 der Umsetzung erneuter kriegswirtschaftlicher Massnahmen. Zwischen den beiden Weltkriegen sah sich der Staat mit der Stickereikrise konfrontiert und leitete zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Notstandsmassnahmen in die Wege. Die Archivbestände, die sich zu all diesen Themen im Staatsarchiv erhalten haben, sind nun endlich geordnet und bis auf Dossierstufe erschlossen worden (Signaturreihen StATG 4'142-4'145). 12. Juni 2012 |
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| Die Stapfer'sche Schulenquête aus dem Jahr 1799 gehört zu den herausragenden Dokumenten der schweizerischen Erziehungspolitik der letzten fünfhundert Jahre. Das Original der Umfrage liegt seit jeher im Schweizerischen Bundesarchiv in Bern. Das Staatsarchiv des Kantons Thurgau besitzt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine Abschrift der Antworten aus dem Thurgau (StATG 1'51'4). Sie gehörte zu seinen am meisten konsultierten Dokumenten. Damit ist nun aber Schluss, denn eben wurden diese Antworten im Rahmen eines vom Nationalfonds geförderten Forschungsprojekts ("Das niedere Schulwesen in der Schweiz am Ende der Frühen Neuzeit. Edition und Auswertungen der Stapfer-Enquête von 1799") transkribiert und im Internet publiziert. Der Thurgauer Geschichtsforschung steht damit ein ausgezeichnetes Arbeitsinstrument zur Verfügung, das sie hoffentlich vielfach nutzt. 5. Juni 2012 |
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Das Staatsarchiv besitzt die sehr bedeutenden Archive des Verlags Huber Frauenfeld (seit 1998) sowie der ehemaligen Dino Larese Stiftung Amriswil (seit 2011); dazu etliche Nachlässe von thurgauischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern, etwa von Maria Dutli-Rutishauser, Ernst Nägeli, Wolf Schwertenbach oder Fritz Wartenweiler. Nun hat es den Nachlass des deutschen, zuletzt jedoch in Landschlacht und Kreuzlingen wohnhaften und im Thurgau eingebürgerten Schriftstellers Ernst Herhaus käuflich erworben. Der Nachlass umfasst Werkmanuskripte, Tagebücher, Korrespondenz, persönliche Dokumente, Fotografien und Tonbänder mit Hörspielen, aber auch die ganze Arbeitsbibliothek von Ernst Herhaus sowie dessen Schreibplatz. Herhaus hatte in den Jahren 1967 bis 1983 einige literarische Erfolge feiern dürfen und in renommierten Verlagen wie Piper, Hanser und Diogenes veröffentlicht. "Die homburgische Hochzeit" von 1967 war von der Kritik viel gelobt, sein "Siegfried" von 1972 (zusammen mit Jörg Schröder) ein eigentliches Skandalbuch. Seinen in den 1970er-Jahren überwundenen Alkoholismus hat Herhaus u. a. in "Kapitulation. Anfang einer Krankheit" (1977) verarbeitet. 2. April 2012 |







